Wild-Fell ...

besteht aus Röhrenhaaren und sehr feiner Unterwolle. Bei Rentier-Fell sprechen wir von bis zu 700 Röhrenhaaren und 2000 sehr feinen Wollhaaren pro cm2. Zwischen diesen Haaren kann sich ein natürliches Luftpolster bilden und bietet zusammen mit den Luftkammern in der Marksubstanz der Röhrenhaare einen ausgezeichneten Kälteschutz für die Tiere

Reh- oder Hirsch-Felle bestehen ebenfalls aus Röhrenhaaren -  wie Rentier- und Elchfelle auch.  



Info ...

Die dicht stehenden Grannenhaare dieser Felle sind kräftig und zugespitzt. 90% des Haares sind mit luftgefüllten Hohlräumen ausgefüllt. Dieser besonders wärmedämmende Haaraufbau ist leider die Ursache der starken, für alle Hirscharten typischen Haarbrüchigkeit, die beim Ren jedoch noch stärker ausfällt. Das Wollhaar ist dünn und gekräuselt, es steht ebenfalls sehr dicht.

Die Woll- und Grannenhaare des Sommerfells enthalten nur in geringem Umfang oder gar keine Luftvakuolen.

Zum Vergleich: Ein Lammfell besitzt 10.000 - 15.000 Wollhaare pro cm2. Das erwachsene Schaf nur noch 5.500 - 10.000 Wollhaare pro cm2. Das Wollhaar ist nicht reibungsbeständig. Stark strapazierte Stellen verfilzen sehr schnell und verlieren dann ihre dämpfende Funktion. Zusätzlich werden die meisten der Lammfelle im Pferdesportzubehör auf bestimmten Wollhöhen geschoren und sind dadurch noch anfälliger für Verfilzung. 

Aus diesem Grund verwende ich ausschließlich  Winterfell.



Da ich häufig höre, mit Rentierfell oder Hirschfell würde die Kammer des Sattels zu eng werden und es wäre eine vorherige Anpassung durch den Sattler notwendig, um ein Wildfell zu benutzen, hier mal einige Gedanken und Fotos zu diesem Thema:

Rehwild hat im Winter sehr dickes Fell, das eine Höhe von ca. 18mm erreicht. Die Haarlänge des Rehfells ist mit durchschnittlich 25 mm relativ kurz.

Damwild besitzt extrem seidiges Haar, das je nach Herkunft auch im Winter teilweise nur eine Höhe von ca. 10mm erreicht. Die Länge des Haars beträgt etwa 40 mm.

Rentier besitzt das dichteste Fell mit über 30 mm Höhe und der meisten Unterwolle. Haarlängen von über 40 mm sind keine Seltenheit.

Ich fertige alle Unterlagen aus Wildfell mit besonderen Einsätzen im Widerristbereich. Diese verhindern, dass trotz des Gebrauchs eines Wildfells, die Sättel zu eng und damit unpassend werden.

Von allen dieser drei genannten Wildarten, besitzt das Rentierfell als einziges eine außerordentlich polsternde Wirkung.
Aber sowohl Rentier-, Damwild-, als auch Rehfell fangen Reibungskräfte zwischen Sattel und Pferderücken nahezu zu 100% auf.

Gerbverfahren

Zur Zeit beziehe ich Rentier- und Damwildfelle von der Gerberei Birke. Jedes Fell ist von seiner Größe, seiner Beschaffenheit und Zeichnung her ein Unikat. Die Farbgebung reicht von fast weiß bis tief dunkelbraun. Alle Felle sind fachmännisch HANDGEGERBT und nicht mit Schwermetallen behandelt worden. Dadurch wird das Leder sehr geschmeidig gehalten, weist eine nahezu weiße Farbe auf und entwickelt keinerlei Gerüche. 


Die Rehfelle kommen aus Süddeutschland und werden dort ebenfalls in einer mineralischen Gerbung mit mind. 80% Ameisensäure, Wasser und Fetten veredelt. Dieses Gerbverfahren ist ebenfalls vollkommen unschädlich für Mensch und Tier


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